Bei der Verwendung des Eurocodes EN 1991 Einwirkungen auf Tragwerke hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass sich eine Untersuchung und Berechnung basierend auf dieser Norm für viele Anwenderinnen und Anwender als sehr komplex darstellt. Vor allem bei der Betrachtung einfacher statischer Aufgaben liegt bei der Anwendung ein unverhältnismäßig großer Aufwand vor. Daher setzte sich die Kammer der ZiviltechnikerInnen, ArchitektInnen und IngenieurkonsulentInnen für Wien, Niederösterreich und dem Burgenland und das Österreichische Institut für Bautechnik (OIB) das Ziel, den Berechnungsablauf und die praktische Anwendung der Norm zu untersuchen, um die Handhabung bei einfachen Berechnungsbeispielen für die Anwenderinnen und Anwender zu verbessern. Im Rahmen dieser Diplomarbeit wurden die Eurocodeteile EN 1991-1 bis 7 auf mögliche Vereinfachungen und Verbesserungen der Berechnungsansätze untersucht. Im Speziellen baut die Analyse auf Gebäude der Gebäudeklasse I-III auf. Zu diesem Zweck wurde sowohl für Industrieals auch für Wohngebäude ein Spektrum an Regelabmessungen definiert, die unter Variation der typischen Dachformen nach Eurocode untersucht wurden. Durch Vergleiche der so erhaltenen Berechnungsergebnisse und der Veränderung verschiedener Einflussgrößen wurden mögliche Vereinfachungen der Berechnungsschritte und die Möglichkeit zur Vorgabe von fertig berechneten Belastungswerten ermittelt. Vor allem im Teil EN 1991-1-4 zum Thema Windlasten wird eine Herangehensweise mit reduziertem Berechnungsaufwand für bestimmte Gebäudetypen erarbeitet und vorgestellt. Als Vorschlag für die mögliche weitere Reduktion notwendiger Berechnungsschritte, wurden anhand der Vorgaben im Eurocode EN 1990 Lastfallkombinationen aus den Einwirkungen von Schneeund Windlasten gebildet. Resultat sind Kombinationstabellen, die lediglich eine anzusetzende Flächenlast in Abhängigkeit des Gebäudestandortes und der Dachform ausweisen und darin alle gemäß Norm zu berücksichtigenden Einwirkungen beinhalten. Der Berechnungsaufwand der vorgestellten Ansätze ist, verglichen mit dem derzeit normativ vorgesehenen, deutlich reduziert.
de
In the past, it has been found that the application and calculations based on Eurocode EN1991 Impact on Static Structures has been challenging for most users. Particularly when faced with basic tasks, the calculating effort required is especially tedious and time consuming. For this reason, the Chamber of Civil Engineers, Architects and Engineer Consultants of Vienna, Lower Austria and Burgenland and the Austrian Institute of Structural Engineering (OIB) began to examine the calculation process, as well as its practical application, with the strategic objective of simplifying and improving the application of this standard for users. Within the framework of this master thesis, the standard EN 1991-1 to 7 and its parts was analyzed, in order to identify specific areas within the calculation process that could be simplified and improved. Specifically, the building classes I-III were examined. For this purpose, a wide variety of standard types of industrial buildings and residential buildings with different rooftops were defined and subsequently studied, based on the European Standard. By comparing the obtained results of the calculations, as well as the alteration of the different exposures, it was possible not only to simplify the calculation procedure, but also to develop fully calculated design charts. Particular attention was paid to wind forces (EN 1991-1-4), where a straight-forward approach, which included the reduction of the overall calculating effort for specific building types, has been developed and presented. A recommendation of potentially further reducing specific steps in the calculation, following the requirement of European EN 1990, weight combinations of the influence of snow and wind, has been proposed. The result is depicted in combination charts, where only the distributed weight, in addition to the location of the building and the shape of the roof, need be taken into consideration. In these combination tables, particular thought has been given to include all exposures, according to the European Norm. As a result, the computational time and effort expense compared to the current one has been significantly reduced.