Brenner, C. K. (2019). Meine Messie-Wand als sprechende Kunstinstallation : der eigene Wohnraum als Darstellungsort der Psyche [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2019.31770
Architektur und Psychologie; Messie-Syndrom; Messie; Kunstinstallation; künstlerische Transformation; Wohnraum und Psyche; Pathologisches Horten; Wahrnehmungspsychologie; Emotion; Kognition; Bewusstsein
de
Architecture and Psycholgy; Compulsive Hoarding; Hoarder; Art Installation; Artistically Transformation; Perceptual Psychology; Emotion; Cognition; Awareness; Living Space and Psyche
en
Abstract:
In meiner Diplomarbeit zeige ich als ehemalige Betroffene des Messie-Syndroms, welch großen Stellenwert es noch immer in meinem Leben hat und wie ich begonnen habe, die darin versteckten Potenziale für meine Bewusstwerdung zu nutzen. Das Aufräumen, Ausmisten und Umstellen von Gegenständen hat mir gezeigt, wie ich dadurch mit meinen inneren verdrängten Persönlichkeitsanteilen kommunizieren kann. Du...
In meiner Diplomarbeit zeige ich als ehemalige Betroffene des Messie-Syndroms, welch großen Stellenwert es noch immer in meinem Leben hat und wie ich begonnen habe, die darin versteckten Potenziale für meine Bewusstwerdung zu nutzen. Das Aufräumen, Ausmisten und Umstellen von Gegenständen hat mir gezeigt, wie ich dadurch mit meinen inneren verdrängten Persönlichkeitsanteilen kommunizieren kann. Durch die jahrelange Beschäftigung mit diesem Phänomen in meinem eigenen, ehemals an Dingen übervollen Wohnraum habe ich schrittweise gelernt, diese „Sprache der Dinge“ zunächst selbst zu verstehen und immer verständlicher zu übersetzen. Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht eine Wand in meinem Wohnzimmer, die als Projektionsfläche für diese symbiosenhafte Beziehung zu Gegenständen, meine Bewusstwerdung und das Sichtbarmachen meiner verdrängten Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse dient. Die zunächst aus einer spontanen Zwangshandlung heraus entstandene „Messie-Wand“ wird immer weiter transformiert und der Prozess in einer Fotopräsentation festgehalten. Um Außenstehenden die Möglichkeit zu bieten, diese komplexen Vorgänge und den Leidensdruck dahinter nachvollziehen zu können, schreibe ich über meine Motivationen, stelle Fachbegriffe der Psychologie in meinen eigenen Kontext, bringe meine inneren Welten und Denkweisen in Grafiken und Texten künstlerisch zu Papier, lasse auch andere Messies aus der Selbsthilfegruppe der Sigmund Freud Privatuniversität Wien zu Wort kommen und lade dazu ein, jene Werke von bildenden Künstlerinnen und Künstlern kennenzulernen, die mich auf meinem Weg der Bewusstwerdung begleitet haben. Mit dieser Arbeit möchte ich die Mutter aller Künste, wie die Architektur oft genannt wird, durch ein Randthema bereichern und einladen, den eigenen Wohnraum als Darstellungsort der Psyche zu erkunden.
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In my diploma thesis, as a former sufferer of Compulsive Hoarding, I show how important it still is in my life and how I began to use the hidden potentials for my awareness. Cleaning up, decluttering and moving objects has shown me how I can communicate with my inner suppressed personality parts. Through years of dealing with this phenomenon in my own living space, which used to be overcrowded wit...
In my diploma thesis, as a former sufferer of Compulsive Hoarding, I show how important it still is in my life and how I began to use the hidden potentials for my awareness. Cleaning up, decluttering and moving objects has shown me how I can communicate with my inner suppressed personality parts. Through years of dealing with this phenomenon in my own living space, which used to be overcrowded with things, I gradually learned to understand this "language of things" myself and to translate it more and more comprehensibly. At the centre of my work is a wall in my living room that serves as a projection screen for this symbiotic relationship to objects, my awareness and the visualization of my repressed feelings, thoughts and needs. The initial "Wall of Mess", which was created out of a spontaneous compulsive action, is transformed further and further and the process is captured in a photo presentation. In order to offer outsiders the opportunity to comprehend these complex processes and the suffering behind them, I write about my motivations, put technical terms of psychology into my own context, artistically put my inner worlds and ways of thinking on paper in graphics and texts, let other Compulsive Hoarders from the selfhelp group of the Sigmund Freud Private University Vienna have their say and invite you to get to know the works of visual artists who have accompanied me on my path of becoming conscious. With this work I would like to enrich the mother of all arts, as architecture is often called, with a marginal theme and invite you to explore your own living space as a place of representation of the psyche.
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Additional information:
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers