Title: Über zeitgenössische Architekturfotografie; zwischen Dokumentation und Interpretation, Original und Reproduktion, analog und digital
Language: Deutsch
Authors: Kristofor, Elena 
Qualification level: Diploma
Keywords: Architektur; Architekturdokumentation; Architekturfotografie; zeitgenössische Architekturfotografie; Fotografie; Gursky; Demand; Ruff; Spiluttini; Kunst
Advisor: Hauser, Sigrid
Issue Date: 2009
Number of Pages: 147
Qualification level: Diploma
Abstract: 
Die Erfindung der Fotografie wurde durch den Wunsch angetrieben, die Wirklichkeit so genau, wie es nur möglich ist, festzuhalten und zu fixieren, um ein Bild zu schaffen, dass präziser und detailreicher ist, als es mit den Mitteln der Malerei jemals erreicht werden könnte. Als es endlich geschah, war die Begeisterung sehr groß und jeder, der es sich leisten konnte, begann die Welt fotografisch zu ergreifen. Um eine Steigerung des Realitätsbezugs zu bewerkstelligen, wurden die frühen Fotografien zusätzlich koloriert. Man erkannte also die Unvollkommenheit des Mediums und versuchte diese so gering wie möglich zu halten, was sich zu jener Zeit nur mit einem großen Aufwand erzielen ließ.
Heute ist jeder fähig mittels digitaler Bearbeitung, mit geringen Kenntnissen von Photoshop ausgestattet, mit einem einzigen Werkzeug, das passenderweise mit dem Symbol "Pflaster" versehen wurde, die Wirklichkeit zu verarzten, oder kann mittels diverser Filter wie "Aquarell" oder "gekreuzte Malstriche" ein beliebiges Foto in ein Gemälde verwandeln. Retuschierte, manipulierte Bilder trifft man überall, immer öfter tauchen Videos auf, die den ganzen Vorgang der Veränderung in seiner gesamten Leichtigkeit dem faszinierten Zuschauer darbieten. Die Bewunderung wird hervorgerufen und keine Spur der Verwunderung ist zu merken. Jeder weiß Bescheid. Die Fotografien der Berühmtheiten, wie Sänger oder Schauspieler; jene, die in den Werbungen verwendet werden, funktionieren trotz des allgemeinen Wissens um den Betrug. Aber es scheint niemanden zu stören, man neigt außerdem dazu, ihnen Glauben zu schenken.
Alles wird verarztet, ein bisschen schöner, ein bisschen perfekter gemacht. Davon bleibt auch die klassische Auftragsarchitekturfotografie nicht verschont. Jeder Fotograf dieser Branche muss entweder selbst Bearbeitungsprogramme beherrschen oder jemanden dafür engagieren. Aber wie viel Realität steckt noch in diesen dokumentarischen Fotografien? Die vermeintliche visuelle Einfachheit der Bilder kann den Rezipienten irreführen, er soll sich jedoch nicht dazu verleiten lassen, das Foto eines Gebäudes als restlos verstanden zu sehen. Dieses Bewusstsein ist wichtig: für den Fotografen, den Architekten und den Konsumenten der Fotografie sowie der Architektur.
URI: https://resolver.obvsg.at/urn:nbn:at:at-ubtuw:1-35440
http://hdl.handle.net/20.500.12708/12594
Library ID: AC07806062
Organisation: E253 - Institut für Architektur u. Entwerfen 
Publication Type: Thesis
Hochschulschrift
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