Kohler, R. (2022). Kleinkariert großflächig : Architektur im Bregenzerwald, ein Perspektivwechsel der Notwendigkeit [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2022.105782
Die Region Bregenzerwald in Vorarlberg stellt mit ihrem kulturellen Reichtum, der großen Artenvielfalt und dem kontrastreichen Landschaftsbild einen außergewöhnlichen Lebensbereich im Alpenraum dar. Im alltäglichen Leben spiegelt sich die Verbundenheit der BregenzerwälderInnen mit ihrer Umgebung wider. Tradition und gelebter Brauchtum verbinden sich mit einem Gespür für zeitgemäßes Design und innovativem Handwerk.In der Architektur, die sich in diesen gesellschaftlichen Verhältnissen entwickelt hat, liegt der Fokus bisweilen auf traditionellen Bauern- und Einfamilienhäusern, die dem traditionellen Familienleben entsprechen. Hinzu kommen Gasthäuser, Hotels und Skilifte, die einen großen Teil zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen, sowie viele Gewerbe/ und Produktionsstätten, die die Region als Wirtschaftsstandort definieren. Allgemein zeichnen sich Bauten durch ein hohes Maß an qualitativer Materialverarbeitung und hochwertigen Standards in der Arbeitstechnik aus.Mit der hier vorliegenden Arbeit wird eine kritische Auseinandersetzung mit der herkömmlichen Baukultur und der herrschenden Erwartungshaltung geführt. Vorstellungen vom Wohnen, Leben und Arbeiten werden unter Gesichtspunkten gegenwärtiger und zukünftiger Herausforderungen infrage gestellt. Dazu gehören dramatische klimatische Veränderungen, rasant steigende Lebenshaltungskosten und ein immer noch anhaltender Bauboom, welcher Ressourcen ausschöpft, Bodenversiegelung vorantreibt und die Bodenspekulation befeuert. Im Rechercheteil wird auf all diese Themen detailliert eingegangen. Zahlreiche architektonische Beispiele dienen hierbei zur Veranschaulichung des Sachverhaltes. Anschließend wird die Nutzung des Leerstandes als wesentlicher Lösungsansatz für die geschilderten Probleme untersucht.Mittels eines konkreten Entwurfes wird gezeigt, wie Leerstand erhalten, mit Leben gefüllt, Ressourcen genutzt und dem Versiegeln von Boden entgegengewirkt werden kann. Im Entwurf wird anhand der stillgelegten Spinnerei Fischer Wolle beispielhaft gezeigt, wie die architektonisch bislang wenig geschätzte und vermehrt leerstehende Typologie der Produktionshalle revitalisiert wird und diese Typologie Raum für alternative Wohnformen bieten kann. Der Entwurf für den vorderen Teil des bestehenden Hallenkonglomerats thematisiert die Frage, was außerhalb der reinen Wohnfunktion relevant ist. Wer wohnt, der arbeitet auch, lernt, lebt, hat soziale Bedürfnisse. Durch diese Verbindung formt sich ein Konzept, in dem Arbeitsstätte und Freizeitraum interagieren.Der hintere Teil des Konglomerates wird zu einem zukunftsweisenden Wohnquartier. Mit dem Entwurf wird ein Raumkonzept aufgezeigt, das einen Mehrwert sowohl für die BewohnerInnen des Areals als auch für die umliegende Region erzeugt. Diese Arbeit zeigt auf, dass neuartige Konzepte auch im Bestand Raum finden können und soziale wie gestalterische Aspekte auf Augenhöhe in hochwertiger Architektur verbunden werden können.
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The Bregenzerwald region in Vorarlberg, with its cultural richness, great biodiversity and contrasting landscapes, represents an exceptional living environment in the Alpine region. Everyday life reflects the bond between the people of Bregenzerwald and their surroundings. Tradition and lived customs combine with a flair for contemporary design and innovative craftsmanship.In the architecture that has developed in these social circumstances, the focus is often on traditional farmhouses and single-family homes that correspond to traditional family life. In addition, there are guesthouses, hotels and ski lifts that contribute a great deal to the economic success, as well as many commercial/ and production facilities that define the region as a business hub. In general, buildings are characterised by a high degree of qualitative material processing and high-quality standards in working techniques.The work presented here is a critical examination of conventional building culture and the prevailing expectations. Ideas of living and working are questioned from the point of view of current and future challenges. These include dramatic climatic changes, rapidly rising costs of living and a still ongoing building boom that exploits resources, drives soil sealing and fuels land speculation.In the research section, all these topics are dealt with in detail. Numerous architectural examples serve to illustrate the facts. Subsequently, the use of unoccupied space is examined as an essential approach to solving the problems described.By means of a concrete design, it is shown how vacancies can be preserved, filled with life, resources used and the sealing of soil counteracted. The design uses the disused Fischer Wolle spinning mill as an example to show how the production hall typology, which has been little appreciated architecturally and is increasingly vacant, can be revitalised and how this typology can offer space for alternative forms of housing. The design for the front part of the existing hall conglomerate addresses the question of what is relevant outside of the pure residential function. Those who live also work, learn, live, and have social needs. through this connection, a concept is formed in which workplace and leisure space interact. The rear part of the conglomerate becomes a future-oriented residential quarter. The design demonstrates a spatial concept that creates added value both for the residents of the area and for the surrounding region. This work shows that new concepts can also find space in existing buildings and that social and design aspects can be combined at eye level in high-quality architecture.
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Zusammenfassung in englischer Sprache Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers