Fittner, M. (2021). Lernfunktionalität integriert in das Funktionsmodell SiMA [Dissertation, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2021.28503
Das Projekt SiMA hat sich zum Ziel gesetzt, ein Funktionsmodell der menschlichen Psyche zu erstellen. Im Gegensatz zur klassischen künstlichen Intelligenz (KI) und allgemeinen künstlichen Intelligenz (AKI) soll dafür nicht menschliches Verhalten nachgebildet werden. Daher baut das Modell nicht auf psychologischen Theorien (die im Allgemeinen Phänomene des menschlichen Verhaltens beschreiben) auf, ...
Das Projekt SiMA hat sich zum Ziel gesetzt, ein Funktionsmodell der menschlichen Psyche zu erstellen. Im Gegensatz zur klassischen künstlichen Intelligenz (KI) und allgemeinen künstlichen Intelligenz (AKI) soll dafür nicht menschliches Verhalten nachgebildet werden. Daher baut das Modell nicht auf psychologischen Theorien (die im Allgemeinen Phänomene des menschlichen Verhaltens beschreiben) auf, sondern auf dem ganzheitlichen Funktionsmodell der Metapsychologie. In enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Neurologen und Psychoanalytikern wird das psychoanalytische Funktionsmodell in ein naturwissenschaftliches Funktionsmodell transformiert. Die vorliegende Arbeit entwickelt erstmals Lernfunktionen für das bestehende Modell. Dazu wurden Funktionen der Triebwahrnehmung, der äußeren Wahrnehmung, der Emotionen, der Aufmerksamkeitsfokussierung und der Entscheidungsfindung erweitert und deren generierte Informationen im Kurzzeitgedächtnis gespeichert. Anhand dieser Informationen werden neue Informationen im Langzeitgedächtnis generiert, die die Erinnerungen des Agenten erweitern. Bei dem iterativen Entwicklungsprozess wurde eine speziell entwickelte Methodik verwendet, die bei der Modellerstellung, der Modellsimulation und der Modellparametrierung den Wissenstransfer zwischen Psychoanalytikern und Technikern unterstützt. Ein generisches Fallbeispiel unterstützt die Erstellung von psychoanalytisch relevanten Simulationsexperimenten. Die Validierung des Modells erfolgt über die Simulationsexperimente durch die detaillierte Analyse der internen Abläufe im Funktionsmodell. Die Ergebnisse zeigen, wie neue Erinnerungen in einem Funktionsmodell der menschlichen Psyche entstehen und wie sie Entscheidungen aber auch die Bildung neuer Erinnerungen beeinflussen. Der Agent ist damit in der Lage, aus der Wahrnehmung von neuen Objekten, neuen Agenten und neuen Situationen zu lernen und sich an neue Situationen anzupassen.
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The SiMA project aims to create a functional model of the human psyche. In the gene set to classical artificial intelligence (AI) and general artificial intelligence (AGI), the project does not want to reproduce human behavior. Therefore, the model is not based on psychological theories (which generally describe phenomena of human behavior), but on the holistic functional model of metapsychology. ...
The SiMA project aims to create a functional model of the human psyche. In the gene set to classical artificial intelligence (AI) and general artificial intelligence (AGI), the project does not want to reproduce human behavior. Therefore, the model is not based on psychological theories (which generally describe phenomena of human behavior), but on the holistic functional model of metapsychology. In close interdisciplinary collaboration with neurologists and psychoanalysts, the psychoanalytic functional model is transformed into a scientific functional model. The present work now develops learning functions for the existing model for the first time. For this purpose, functions of drive perception, external perception, emotions, attention-focusing and decision-making were expanded, and the generated information were stored in short-term memory. This information is used to generate new information in long-term memory that expands the agent's memories. In the iterative development process, a specially developed methodology was used that supports the transfer of knowledge between psychoanalysts and technicians in the creation of models, model simulation and model parameterization. A generic case study supports the creation of psychoanalytically relevant simulation cases. The model is validated via the simulation cases through the detailed analysis of the internal processes in the functional model. The results show how new memories arise in a functional model of the human psyche and how these decisions influence the formation of new memories. The agent is thus able to learn from the perception of new objects, new agents, new situations and to adapt to new situations.