Bruck, E. (2023). Weighing the transformative potential of automated mobility : A study on patterns of change in planning practice [Dissertation, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2023.66525
Automated mobility; transformative change; planning practice; social innovation; uncertainty; reflexivity
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Abstract:
Seit Anfang der 2010er Jahre häufen sich die Behauptungen einer Revolution der Automatisierung, die nicht nur Verkehrssysteme transformieren, sondern auch das räumliche Gefüge und das Leben in Städten grundlegend verändern würde. Inmitten der neu entfachten Euphorie für selbstfahrende Fahrzeuge, die um die Jahrtausendwende von Forschenden und Technologieunternehmen ausgelöst wurde, sind Planungsämter und die öffentliche Hand aufgerufen, sich vorzubereiten und den komplexen und wahrscheinlich chaotischen Übergang in eine Zukunft mit automatisierter Mobilität in geordnete Bahnen zu lenken. Die Ressourcen und Kapazitäten von Planungsakteur:innen, um proaktiv zu handeln oder, besser noch, identifizierte Steuerungsansätze umzusetzen, variieren jedoch erheblich zwischen Gemeinden und Regionen, die daran beteiligt sein wollen, wie sich Entwicklungspfade automatisierter Fahrzeuge auf lokaler Ebene manifestieren. Um zu analysieren, wie, mit welchen Mitteln und zu welchem Zweck sich Planungsakteur:innen auf die potenzielle Einführung der automatisierten Mobilität in einer der am schnellsten wachsenden Metropolregionen Nordamerikas vorbereiten, dienen Planungsinitiativen im Großraum Toronto als Fallbeispiel für eine eingehende Analyse. Auf der Grundlage neo-institutionalistischer und sozialwissenschaftlicher Theorien wird Transformation als ein gradueller Wandel verstanden, der sich durch viele Instanzen explorativer Abweichung und Neuausrichtung vollzieht. Die Analyse stellt das transformative Potenzial endogener Veränderungsprozesse in den Mittelpunkt, die durch kreatives Handeln und soziales Lernen vorangetrieben werden, und widerlegt damit die weit verbreitete Behauptung, dass Automatisierung eine externe Disruption darstellt. Die Fallstudie zeigt die Handlungsfähigkeit von Planungsakteur:innen im Großraum Toronto auf, ihr Umfeld zu gestalten und neu zu erschaffen, indem sie bestehende Formen der Planungspraxis verändern. Die Veränderung bestehender Planungsmethoden kann entscheidend sein, um sicherzustellen, dass lokale und regionale Entwicklungspfade einer automatisierten Mobilität mit gesellschaftlichen Interessen in Einklang stehen. Innerhalb der institutionellen, politischen, kulturellen und räumlichen Rahmenbedingungen, die neue Formen der Praxis ermöglichen und gleichzeitig einschränken, schmiedet eine neue Generation von Verkehrsplaner:innen neue Beziehungen, Prozesse und Taktiken, um alternative Mobilitätsvisionen zu realisieren.Die Studie bietet ein ausgewogeneres Verständnis von Transformation im Kontext automatisierter Fahrzeuge, indem sie deren Bedeutung für Mobilitätssysteme, städtischen Raum und Planungspraxis dekonstruiert. In einem aufschlussreichen Moment der Ungleichzeitigkeit hebt sie die Vielfalt des gesellschaftlichen, technologischen und räumlichen Wandels hervor, der sich in unterschiedlichem Tempo vollzieht. Während die anfänglichen Vorstöße von IT-Unternehmen schneller erschienen, als Regierungen imstande waren zu reagieren, haben technologische Rückschläge inzwischen die Zeitachse der Kommerzialisierung von automatisierten Fahrzeugen verändert, mancherorts in einem Ausmaß, dass die Planungspolitik das Tempo der technologischen Innovation überholen ließ. Diese Zeitverzögerung muss als Chance erkannt werden, um den engen Fokus auf die technische Leistung zu erweitern und Raum für soziale Innovationen zu schaffen. Ob das Aufkommen automatisierter Fahrzeuge den Status quo im Verkehrswesen festigt und bestehende Herausforderungen verschärft oder stattdessen alternative Mobilitätsvisionen fördert, hängt auch von der Fähigkeit der Planer:innen ab, die sozialen Praktiken, die der Umsetzung von transformativen Visionen, Politiken und Konzepten im Wege stehen, neu auszurichten.
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Since the early 2010s, claims of an automated revolution that would not only disrupt transportation systems but also transform the urban fabric and life in cities have been mounting. Amidst the reignited euphoria for self-driving vehicles, sparked by scientists and technology companies at the turn of the millennium, planning authorities and public agencies are called upon to prepare and manage the complex and likely messy transition to a future with automated mobility. However, the resources and capacities of planning professionals to be proactive, or better yet, to translate identified policies into action, vary significantly among municipalities and regions eager to have a stake in how pathways to automated vehicles unfold at the local level. To analyse how, by what means and to what ends planning professionals are preparing for the potential introduction of automated mobility in one of North America’s fastest-growing metropolitan regions, planning initiatives in the Greater Toronto Area serve as case study for in-depth analysis. Drawing on neo-institutionalist and social science theories, transformative change is understood to evolve gradually through many instances of exploratory deviation and realignment. To challenge common claims of external disruption brought on by automation, the analysis centres on the transformative potential of endogenous change processes, promoted by creative agency and social learning. The case study reveals the capacity of planning actors in the GTA to create and recreate their environment by altering existing forms of practice. Changing the means of planning may be pivotal to ensuring that local and regional pathways to automated mobility are aligned with broader collective interests. Within the institutional, political, cultural and spatial conditions that both enable and constrain emerging forms of practice, a new generation of transportation planners is forging novel relationships, processes and tactics to translate alternative mobility visions into action.The study provides a more balanced understanding of transformation in the context of vehicle automation by deconstructing its meaning for mobility systems, urban environments and planning practice. In a telling moment of asynchronicity, it highlights the multiplicity of societal, technological and spatial change unfolding at different rates. While ventures by IT companies initially appeared to outpace governmental response, technological setbacks have since altered timelines for commercialization of automated vehicles, to the extent that policy-making has taken over the pace of technological innovation in some places. The merit of this time lag needs to be recognized as an opportunity to expand the narrow focus on technical performance and open up space for social innovation. Whether the advent of automated vehicles reinforces the status quo in transportation and exacerbates existing challenges, or instead fosters alternative visions of mobility, also hinges on the capacity of planners to redirect social practices that stand in the way of implementing transformative visions, policies and concepts.
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Zusammenfassung in deutscher Sprache Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers