Waller, S. (2023). Das Werksgebäude Nr.210. Auf den Spuren der ehemaligen kaiserlichen und königlichen Militäraeronautischen Anlage in Fischamend [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2023.110522
E251 - Institut für Kunstgeschichte, Bauforschung und Denkmalpflege
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Date (published):
2023
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Number of Pages:
409
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Keywords:
Denkmalpflege; Umnutzung; Luftfahrtgeschichte
de
heritage conservation; reuse; History of aviation
en
Abstract:
Im Zuge der Entstehung und Erstarkung der Luftfahrtindustrie spielten weltweit auch kriegsbedingte Aufrüstungsvorgänge sowie diesbezügliche Weiterentwicklungen eine bedeutsame Rolle. Dazu gehörte auch die ehemalige kaiserliche und königliche Militäraeronautische Anstalt in Fischamend, östlich von Wien. Als Erweiterung der, aufgrund von innerstädtischem Platzmangel, räumlich erschöpften Aeronautikanlage im Wiener Arsenal wurde schließlich 1909 der dazumal größte und einflussreichste Luftschiffhafen der Monarchie Österreich-Ungarn außerhalb der Großstadt geschaffen, welcher über mehrere Jahre hinweg errichtet sowie stetig erweitert wurde. Zahlreiche namhafte Luftschiffe, Flugzeugtypen und Persönlichkeiten der Aeronautik werden mit der Geschichte dieser Anlage in Verbindung gebracht, die mit Ausgang des Zweiten Weltkriegs endgültig stillgelegt wurde. So sind die erhaltenen Bestandteile der ehemaligen Militäraeronautischen Anstalt als fundamentale Zeitzeugen der Luftfahrtentwicklung sowie der vergangenen Kriegsgeschichte zu betrachten.Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich neben einem historischen Abriss der wesentlichen, luftfahrtbezogenen Ereignisse und einem Einblick in die ehemalige, aeronautische Gesamtanlage eingehend mit einem der letzten bestehenden Objekte im heutigen Ortsgebiet. Das ehemalige Werkgebäude Nr. 210, seinerzeit auch bekannt als „Feinmechanikerwerk“, wurde in den Jahren 1916 bis 1917 errichtet und sogleich der bestehenden Militäraeronautischen Anstalt angegliedert. Es handelt sich um eine monumentale, dreigeschossige Massivkonstruktion, die damals wie heute den südöstlichsten Rand des Orts markiert. Der Solitär unterteilt sich optisch und auch strukturell in drei Trakte, wobei sich in den zwei flankierenden Bauteilen großzügige Werkshallen befinden, während der Zentraltrakt eher kleinteilige Räumlichkeiten sowie die beiden Erschließungskerne aufweist. Von unterschiedlichsten Fertigungs- und Reparaturarbeiten für die Luftfahrt- und Rüstungsindustrie, über andere Werksbetriebe, die sich zeitweilig niederließen, bis zum heutigen Leerstand durchlebte das Objekt eine abwechslungsreiche Nutzungsgeschichte. Nach mehrfachen Debatten wurde das historische Bestandsbauwerk im Jahr 2001 vom Bundesdenkmalamt unter Schutz gestellt. Ziel dieser Arbeit ist es, das erhaltene Bauwerk hinsichtlich seiner historischen und baulichen Qualitäten sowie in Bezug auf die geläufigen Denkmalwerte und -kriterien zu beurteilen. In weiterer Folge soll ein denkmalpflegerisches Konzept in Zusammenhang mit einer künftigen Nutzungsstrategie und den dafür notwendigen baulichen Maßnahmen präsentiert werden, um das bestehende, historische Objekt erneut und vor allem sinnbringend aktivieren zu können.
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In the course of the evolution and strengthening of the aviation industry, war-related armament processes and related further developments also played a significant role worldwide. This also included the former imperial and royal military aeronautical institution in Fischamend, located in the east of Vienna. As an extension of the aeronautical facility in the Vienna Arsenal, which was exhausted due to a lack of space in the inner city, then the largest and most influential airship port in the Austro-Hungarian monarchy outside the city was created in 1909, which was built and constantly expanded over several years. Numerous well-known airships, aircraft types and aeronautic-related personalities are associated with the history of this facility, which was finally shut down at the end of the Second World War. The preserved parts of the former military aeronautical institute are to be regarded as fundamental contemporary witnesses to the development of aviation and the history of world wars. In addition to a historical outline of the essential aviation-related events and an insight into the former, overall aeronautical facility, the present work deals in detail with one of the last remaining objects in today‘s local area. The former factory building No. 210, also known at the time as the „precision mechanics factory“, was built in the years 1916 to 1917 and immediately attached to the existing military aeronautical institute. It is a monumental, three-storey solid construction, which then and now marks the south-eastern edge of the town. The solitaire is divided optically and structurally into three building sections, with spacious factory halls in the two flanking parts, while the central wing displays rather small-scale rooms and the two development cores. The property has had a diverse history of use, from a wide variety of manufacturing and repair work for the aviation and armaments industry, to other factories that temporarily settled here, to its current vacancy. After several debates, the historic building was placed under protection by the Federal Monuments Office in 2001. The aim of this work is to assess the preserved building in terms of its historical and structural qualities as well as in relation to the common monument values and criteria. Subsequently, a concept for the memorial preservation will be presented in connection with a future utilization strategy and the necessary structural measures in order to be able to activate the remaining historical structure object again and above all in a meaningful way.
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Additional information:
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers