Sar, M. (2024). S in ESG: Bewertung sozialer Nachhaltigkeit bei Immobilien – Kritische Bestandsaufnahme der Sozialtaxonomie und Grenzen der Zertifizierungssysteme [Master Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2024.120205
In der aktuellen Diskussion um Nachhaltigkeit im Bau- und Immobilienmanagement wird der Fokus überwiegend auf ökologische Aspekte, wie etwa Energieeffizienz und Umweltschutz gelegt. Die soziale Dimension der Nachhaltigkeit gewinnt jedoch zunehmend an Bedeutung. Die Herausforderung besteht darin, dass viele Unternehmen Schwierigkeiten haben, diesen sozialen Aspekt in ihre Nachhaltigkeitsstrategien effektiv zu integrieren und dies auch angemessen zu berichten.Es zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zwischen der theoretischen Anerkennung der Bedeutung des "S" innerhalb des ESG-Konzeptes („Environment, Social,Governance“) und der praktischen Umsetzung in den Immobilienprojekten und -strategien. Die Komplexität wird durch die Vielzahl an ESG-Vorschriften und den damit verbundenen Berichtspflichten, Standards und Taxonomien verstärkt, die eine einheitliche Umsetzung und Bewertung erschweren. Die Masterarbeit thematisiert die Notwendigkeit, diese Komplexität zu entwirren und Wege aufzuzeigen,wie Gebäude nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten nachhaltig gestaltet,sondern auch so konzipiert werden können, dass sie einen sozialen Mehrwert generieren. Dies umfasst beispielsweise die Gestaltung der Infrastruktur und der Erreichbarkeit, um sowohl die Barrierefreiheit als auch die aktive Einbindung der Gemeinschaft zu gewährleisten und zu fördern. Die Berücksichtigung lokaler Architektur und die Partizipation der Gemeinschaft an Planungsprozessen sind weitere wesentliche Kriterien. Die Masterarbeit widmet sich der Analyse der Sozialtaxonomieals Instrument zur systemischen Sammlung von sozialer Nachhaltigkeitskriterien und erörtert diese in Haupt- und Subziele. Im weiteren Verlauf der Untersuchung wird eine kritische Analyse des in Österreich etablierten ÖGNIZertifizierungssystems für nachhaltige Gebäude durchgeführt, um dessen Fähigkeit zur umfassenden Erfassung und Bewertung sozialer Nachhaltigkeitskriterien zu evaluieren. Dabei wird festgestellt, dass zwischen der theoretischen Ausrichtung der Sozialtaxonomie und der praktischen Anwendung des ÖGNI-SystemsLimitationen bestehen. Um diese identifizierten Lücken zu adressieren, sind ergänzende soziale Kriterien identifiziert worden, die eine differenziertere und umfassendere Bewertung der sozialen Nachhaltigkeit von Gebäuden ermöglichen.Abschließend stellt die Masterarbeit die Ergebnisse in einem Kriterienkatalog dar,welche die sozialen Kriterien des Taxonomie-Systems für Immobilien vollständig abdeckt. Die Messindikatoren der einzelnen Kriterien werden innerhalb eines Bewertungsmodells,der so genannten "Score Card", exemplarisch dargestellt. Das entwickelte Instrument bietet einen praktikablen Ansatz, um die soziale Nachhaltigkeit von Gebäuden zu evaluieren. Der dargelegte Bewertungsansatz generiert einen signifikanten Mehrwert für Unternehmen, indem es nicht nur Transparenzschafft, sondern auch konkrete Ansatzpunkte für die Optimierung ihrer Immobilien in Bezug auf soziale Nachhaltigkeit aufzeigt. Dies lässt den Schluss zu, dass die Arbeit ein vertieftes Verständnis für soziale Nachhaltigkeit in der Immobilienbranche schafft und praktische Ansätze zur deren Implementierung aufzeigt.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers