Kinnen, C. (2025). Die lebendige Scheune : Saisonalität und Wandel in der Denkmalpflege [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.122641
Heritage conservation; Architectural heritage; Cultural heritage; Historical preservation; New Heritage; Discourse Analysis; Heritage Discourse; Heritage Values; Barn architecture; Barn Typology; Barn; Adaptive reuse; Heritage Process; Active Heritage; Living Heritage; Adaptive Heritage; Luxembourg Architecture; Luxembourg heritage; Architectural transformation; Seasonality; Change; Dynamic Space; Flexible Spaces; Sustainable design; Living history; Landscape integration; Agricultural architecture; Social relationships in architecture; Nostalgia; Values; Luxembourg; Polycarbonate; Design
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Abstract:
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht eine denkmalgeschützte Scheune in Münschecker, einem kleinen Dorf im Osten Luxemburgs. In Luxemburg gelten Bauwerke als denkmalgeschützt, wenn ihnen aufgrund ihrer historischen, kulturellen, architektonischen oder sozialen Bedeutung ein besonderer Wert zugesprochen wird. Das Denkmalschutzgesetz, welches sowohl auf nationaler als auch auf kommunaler Ebene umgesetzt wird, unterscheidet dabei vier Formen des Kulturerbes: das Architektonische, das Archäologische, das Mobile und das Immaterielle. Sie alle unterliegen bestimmten Regeln, die Veränderungen, Restaurierungen oder Abrisse regulieren – mit dem Ziel, ihre Integrität und Authentizität zu bewahren und sie auch für kommende Generationen erlebbar zu machen. Doch was genau bewahren wir, wenn wir ein Gebäude unter Schutz stellen? Geht es nur um seine physische Substanz – oder nicht vielmehr um die gelebte Geschichte, die sozialen Beziehungen und die Traditionen, die es über Generationen hinweg geprägt haben? Der Denkmalschutz konzentriert sich oft auf die materielle Erhaltung, doch dabei droht verloren zu gehen, was ein Gebäude wirklich ausmacht: sein Wandel, seine Nutzung und die Bedeutungen, die ihm von seinen Bewohnern und seiner Umgebung zugeschrieben wurden. Indem wir es in einem vermeintlichen Originalzustand fixieren, riskieren wir, jene lebendige Dimension auszublenden, die es erst zu einem echten Zeugnis der Vergangenheit macht. Ein genauerer Blick auf die Werte, die dem Konzept des Denkmalschutzes zugrunde liegen, eröffnet eine neue Perspektive und ermöglicht eine umfassendere Definition von Kulturerbe. Die Analyse der historischen Entwicklung der Scheune hilft, ihren Ursprung, ihre Evolution und ihre Rolle als architektonischer Typus zu verstehen. Es wird klar, dass Scheunen historisch gesehen nicht nur landwirtschaftliche Bauwerke waren, sondern auch die Beziehung zwischen Mensch, Tier und Landschaft vermittelten. Sie sind ein Zeugnis des Wandels. Ihre Entwicklung über die Zeit hinweg spiegelt sich wandelnde wirtschaftliche, technologische und kulturelle Werte wider. Dennoch reduziert die gängige Denkmalpflege sie oft auf ihr äußeres Erscheinungsbild und betrachtet sie als statische Relikte, ohne ihre ursprünglichen, dynamischen Funktionen ausreichend zu berücksichtigen. Wenn wir Kulturerbe nicht als erstarrten Zustand, sondern als aktiven Prozess begreifen, stellt sich die Frage: Wie können wir Räume gestalten, die historische Bedeutung bewahren und zugleich heutigen Anforderungen gerecht werden? Dieses Projekt versteht sich als eine kritische Auseinandersetzung mit der konventionellen Denkmalpflege und schlägt einen alternativen Ansatz vor: die Neubelebung der Scheune als aktiven Bestandteil des heutigen Lebens. Anstatt sie zu einem starren Denkmal zu machen, wird ihr ursprünglicher Charakter als wandelbare, beständige Hülle wiederbelebt – ein Raum, der sich mit den Jahreszeiten verändert und in dem sich die Vielfalt vergangener Nutzungen widerspiegelt. Der Erhalt wird dabei nicht nur als Bewahrung von Erinnerung verstanden, sondern als ein lebendiges Ökosystem, das sich kontinuierlich weiterentwickelt. Der Entwurf schafft einen Raum, in dem die Beziehung zwischen Mensch und Natur nicht nur spürbar, sondern bewusst gefördert wird. Die Scheune bleibt ein Zeugnis des Wandels – nicht nur als Relikt der Vergangenheit, sondern als Ort, der sich mit der Zeit entwickelt und weiterlebt.
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At the center of this project is a listed barn in Münschecker, a small village in the east of Luxembourg. In Luxembourg, buildings are considered protected monuments when they are deemed to hold particular historical, cultural, architectural, or social value. The heritage protection law, implemented at both national and municipal levels, distinguishes between four forms of cultural heritage: architectural, archaeological, movable, and intangible. All of these are subject to specific regulations governing alterations, restorations, or demolitions – with the aim of preserving their integrity and authenticity and making them accessible for future generations. But what exactly do we preserve when we place a building under protection? Is it only its physical substance – or rather the lived history, the social relationships, and the traditions that have shaped it over generations? Heritage conservation often focuses on material preservation, yet in doing so, we risk losing what truly defines a building: its transformations, its uses, and the meanings attributed to it by its inhabitants and its surroundings. By fixing it in a presumed original state, we risk excluding the very vitality that makes it a genuine witness to the past. A closer look at the values underlying the concept of heritage protection opens up a new perspective and allows for a broader definition of cultural heritage. The analysis of the barn’s historical development helps to understand its origins, its evolution, and its role as an architectural typology. It becomes clear that barns were historically not merely agricultural structures but also reflected the relationship between humans, animals, and the landscape. They are, in themselves, a testimony to change. Their transformation over time mirrors shifting economic, technological, and cultural values. Still, conventional conservation often reduces them to their outward appearance and treats them as static relics – without adequately acknowledging their original, dynamic functions. If we understand cultural heritage not as a static condition but as an active process, the question arises: How can we design spaces that preserve historical meaning while also responding to contemporary needs? This project is a critical reflection on conventional heritage conservation and proposes an alternative approach: the revitalization of the barn as an active part of contemporary life. Rather than turning it into a rigid monument, its original character as a resilient, transformable shell is reawakened – a space that changes with the seasons and reflects the diversity of its past uses. Here, preservation is not understood merely as the safeguarding of memory, but as a living ecosystem in continuous evolution. The design creates a space in which the relationship between humans and nature is not only tangible but consciously nurtured. The barn remains a testimony to change – not as a relic of the past, but as a place that evolves with time and continues to live.
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Additional information:
Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers