Wimmer, C. J. A. (2025). Verkehrsnetze und Resilienz [Diploma Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.110762
Diese Arbeit beschäftigt sich mit Resilienz von Verkehrsnetzen. Resilienz ist hierbei die Fähigkeit eines Systems auf Störungen zu reagieren nach Bewältigung wieder in einen stabilen Zustand zurückzukommen. Auch transformative Prozesse für zukünftige Vorkommnisse sind miteinzubeziehen.In bestehenden Untersuchungen wird der Fokus auf Einzelereignisse und Katastrophen, aber weniger auf system- oder netzbedingte Einflüsse gelegt. Daraus und im Zusammenspiel mit der klassischen Verkehrsplanung resultieren Strukturen, die den MIV fördern. Nichtmotorisierte Verkehrsmittel spielen aber in der Resilienz eine wichtige Rolle, da aufgrund der geringeren Geschwindigkeiten dichtere und somit redundantere Netze mit ihnen möglich sind. Wegen der unterschiedlichen Geschwindigkeiten sind hierarchische Verkehrsnetze mit Hauptverbindungen für den schnellen Verkehr und schlecht verbundenen Nebenstraßen (oft Sackgassen) entstanden. Diese weisen eine schlechte Konnektivität und dadurch in weitere Folge eine schlechte Resilienz auf. Neben der Redundanz sind auch die Aspekte Robustheit, Ressourceneffektivität und Rapidität (4-R) in der Resilienzbetrachtung von großer Bedeutung. Nicht nur die Sichtweise auf das Design-Level, sondern auch andere Aspekte, wie Gesellschaft, Individuum, Wirtschaft und strategische Ziele sollten bei der Resilienzplanung eine Rolle spielen. Dies muss sich auch generell in der Gestaltung von Verkehrsnetzen wiederfinden. Eine ganzheitliche Betrachtung, nicht nur isoliert auf einzelne Ereignisse und Verkehrsmittel ist notwendig. Die Fallstudien für diese Arbeit umfassen das Eisenbahnnetz der Kremser-Kamptalbahn (Strecke Sigmundsherberg – Horn – Krems – St. Pölten) und das Straßennetz der Stadt Krems an der Donau. Hierbei wurden verschiedene Aspekte der Resilienz im Sinne einer gesamtheitlichen Darstellung untersucht und beschrieben. Resilienz soll nicht als Grundlage dienen, um einzelne Verkehrsmittel (insbesondere MIV) zu forciert und einen Ausbau dieser Verkehrsarten unter dem Vorwand der Resilienzsteigerung voranzutreiben.
de
This thesis is concerned with resilience of traffic networks. Resilience is the ability of a system to react to disturbances and revert to a stable state after coping with it. Transformative processes should be included for future events.Previous studies focused on single events and catastrophes, but less on system or network based influences. Hence and in combination with the classic traffic planning, result structures that foster motorized traffic. Non-motorized means of transport play a crucial role in resilience. Due to lower speeds denser and more redundant networks are possible with these means of transport. Owing to different speed levels hierarchical traffic networks with main roads for the fast traffic and poorly connected auxiliary roads (often cul-de-sacs) have developed. These present with poor connectivity and therefore poor resilience. The aspects robustness, resourcefulness, and rapidity are besides redundancy (4R) important in resilience considerations. Not only the viewpoint of the design level, but also other aspects like society, individual persons, economy and strategic goals should have a role in resilience planning. These aspects should also be found in the general design of traffic networks. An integral approach, not only isolated for single events and traffic modes, is crucial. The case studies in this thesis cover the rail network of the Kremser-Kamptalbahn (route Sigmundsherberg – Horn – Krems – St. Pölten) and the road network of the city of Krems an der Donau. Here, different aspects of resilience in the sense of a holistic approach were studied and documented. Resilience must not be used to promote single means of traffic (especially motorized vehicles), and to push for additional extensions under the pretense of increase of resilience.