Schnedl, I. (2025). Innerstädtische Erdgeschoßflächen in Wohnungseigentumsprojekten : Bedeutung, Herausforderungen und strategische Empfehlungen für die Verwertung [Master Thesis, Technische Universität Wien]. reposiTUm. https://doi.org/10.34726/hss.2025.137003
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie Erdgeschoßflächen in freifinanzierten Wohnungseigentumsprojekten so gestaltet und verwertet werden können, dass sie sowohl zur Belebung des öffentlichen Raumes und zur Qualität eines Quartiers beitragen als auch wirtschaftlich tragfähig sind. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Erdgeschoßflächen, insbesondere im Wohnungseigentum, häufig schwer verwertbar sind und daher entweder gar nicht erst für die Verwertung vorgesehen oder nur unattraktiv genutzt werden. Ziel der Arbeit war es, die wesentlichen Rahmenbedingungen für die Verwertung derartiger Flächen zu analysieren, praxisnahe Strategien für eine gelungene Gestaltung zu entwickeln und Handlungsempfehlungen für Bauträger und (Stadt-)planung abzuleiten. Im Mittelpunkt stand die Forschungsfrage, wie es Bauträgern gelingen kann, Erdgeschoßzonen zu schaffen, die sowohl für das Quartier als auch für den Bauträger einen Mehrwert darstellen. Zur Beantwortung dieser Frage wurden eine umfassende Literaturrecherche, eine Marktanalyse, die Auswertung von Best-Practice-Beispielen sowie leitfadengestützte Experteninterviews durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass eine erfolgreiche Verwertung stark von der Projektkonzeption, der Nutzerorientierung, der baulichen und rechtlichen Flexibilität sowie der prozesshaften, quartiersbezogenen Planung abhängt. Wichtige Erfolgsfaktoren sind eine klare und frühzeitige Zielgruppenansprache, ein abgestimmter Nutzungsmix, realistische Kosten- und Erlösplanung sowie organisatorische Modelle wie ein gebäudeübergreifendes Sockelzonenmanagement. Als zentrale Herausforderungen erweisen sich fehlende Kapitalausstattung der Nutzer, rechtliche Einschränkungen und mangelnde Verantwortung über das eigene Gebäude hinaus. Die Arbeit kommt zum Schluss, dass Erdgeschoßzonen in Wohnungseigentumsprojekten nur dann erfolgreich und nachhaltig funktionieren können, wenn ihnen bereits in der Projektentwicklung eine gewichtige Bedeutung beigemessen wird und sie entsprechend frühzeitig, ganzheitlich und nutzerorientiert geplant werden. Die Ergebnisse bieten praxisnahe Impulse für Bauträger und Planer zur Entwicklung lebendiger, vielfältiger und zugleich marktfähiger Erdgeschoßzonen im städtischen Wohnbau.
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Abweichender Titel nach Übersetzung der Verfasserin/des Verfassers