Haubner, R., Strobl, S., & Scheiblechner, W. (2026). Veränderungen von Eisenobjekten während eines experimentellen Kremierungsexperiments. BHM Berg- und Hüttenmännische Monatshefte, 171(5), 272–284. https://doi.org/10.1007/s00501-025-01688-0
Brandbestattungen sind bereits seit dem Neolithikum nachgewiesen, aber im Laufe der Zeit wechselten die Bestattungsriten immer wieder. In Mitteleuropa war während der Urnenfelderzeit (1300–800 v. Chr.) die Brandbestattung die überwiegende Bestattungsform.
Da bei der Kremierung nicht nur der oder die Tote, sondern auch Schmuckstücke und Gebrauchsgegenstände auf den Scheiterhaufen gelegt wurden, kam es bei den Gegenständen aufgrund der Temperatureinwirkung zu Veränderungen. An Bronzegegenständen aus Brandbestattungen konnte der Zusammenhang von Wärmebehandlung und Gefügeveränderungen bereits nachgewiesen werden. Bei Eisenfunden ist die Situation schwieriger, da neben dem bei der Kremierung entstehenden Zunder auch Rost aus der Lagerung im Boden vorliegt.
Aus Eisendraht wurden zwei Harfenfibeln und eine Spiralkopfnadel nachgebildet. Aus Eisenblech wurden zwei Messer gefertigt. Diese Teile wurden im Rahmen einer experimentellen Kremierung wärmebehandelt und danach metallographisch untersucht.
Es wurde festgestellt, dass die gebildete Zunderschicht stark von der Temperatur und der Umgebung der Teststücke abhängt. Teilweise wurde auch Rekristallisation des Eisengefüges nachgewiesen.
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Cremation burials have been documented since the Neolithic period, but burial rites changed over time. In Central Europe, cremation was the predominant form of burial during the Urnfield period (1300–800 BC). Since not only the deceased but also jewelry and everyday objects were placed on the funeral pyre during cremation, these objects underwent changes due to the effects of heat. The relationship between heat treatment and microstruc- tural changes has already been demonstrated in bronze objects from cremation burials. The situation is more com- plex with iron finds, as rust from storage in the ground is present in addition to the scale produced during cremation. Two harp-shaped fibulae and a spiral-headed pin were re- constructed from iron wires. Two knives were made from an iron sheet. These pieces were heat-treated in an experi- mental cremation and then examined by metallography. It was found that the formed scale layer depends strongly on the temperature and the environment of the test pieces. Recrystallization of the iron structure was also partially de- tected.