Strobl, S., Haubner, R., Gutjahr, C., & Modl, D. (2026). Metallographische Untersuchungen an einem hochmittelalterlichen Schwert aus Enzelsdorf, Gemeinde Fernitz-Mellach, Steiermark, Österreich. BHM Berg- und Hüttenmännische Monatshefte, 171(5), 241–252. https://doi.org/10.1007/s00501-025-01690-6
Ein aus dem 12./13. Jahrhundert stammendes Eisenschwert aus Enzelsdorf in der Steiermark (Österreich) wurde metallographisch untersucht. Dazu wurden zwei Proben aus der Klinge und eine Probe aus der Griffangel entnommen. Aufgrund der fortgeschrittenen Korrosion war die Schwertschneide nicht mehr vorhanden. Im metallischen Eisen der Klinge wurden stark unterschiedliche Gefüge des Fe-C-Systems gefunden, die auf unterschiedliche Kohlenstoffkonzentrationen und Abkühlbedingungen zurückgeführt werden können. Für das Schwert wurden verschiedene Eisenstücke mittels Feuerschweißen verbunden und danach zur Schwertform ausgeschmiedet. Hinweise auf eine gezielte Anwendung der Damaszenertechnik wurden nicht gefunden. Es ist auch anzunehmen, dass die Schwertklinge final durch Abschrecken gehärtet wurde.
de
An iron sword dating from the 12th/13th century, found in Enzelsdorf in Styria (Austria), was examined metal- lographically. Two samples were taken from the blade and one sample from the tang. Due to advanced corrosion, the sword’s cutting edge was no longer present. Significantly different microstructures of the Fe-C-system were found in the metallic iron of the blade, which can be attributed to different carbon concentrations and cooling conditions. For the sword, various pieces of iron were joined by fire welding and then forged into the sword shape. No evidence of a deliberate application of the Damascus technique was found. It can also be assumed that the sword blade was finally hardened by quenching.