Haubner, R., Strobl, S., Jaklin, A. M., & Rebay-Salisbury, K. (2026). Stark korrodierte Fibelfragmente aus dem hallstattzeitlichen Gräberfeld Getzersdorf an der Traisen, Niederösterreich (Österreich). BHM Berg- und Hüttenmännische Monatshefte, 171(5), 228–240. https://doi.org/10.1007/s00501-025-01686-2
Hallstatt culture; Harp fibula; Iron; Corrosion; Metallography
en
Abstract:
Das hallstattzeitliche Gräberfeld Getzersdorf an der Traisen, Niederösterreich (HaC, ca. 800–450 v. Chr.) wurde in den Jahren 1968 bis 1972 ausgegraben und ergab etwa 90 Gräber mit viel Keramik, aber auch Bronze- und Eisenteilen. Einige Teile von Eisenfunden, die vermutlich zu Fibeln gehörten, wurden metallographisch untersucht.
Die Fibelfragmente sind großteils vollständig korrodiert, da sie aus dünnen Drähten bestehen. Die Korrosionserscheinungen können einerseits durch Verzunderung während der Kremierung und andererseits durch wässrige Korrosion während der Lagerung im Erdreich erklärt werden. Vereinzelt wurde noch metallisches Eisen gefunden, von dem auch das Gefüge untersucht werden konnte.
Bruchstücke aus einem Grab konnten als Harfenfibel identifiziert werden. Bei anderen Funden sind nur kleinere Bruchstücke vorhanden, wodurch kein Fundtyp bestimmt werden konnte. In den Korrosionsprodukten, die den Teilen anhaften, wurden auch Holzkohle und Knochensplitter nachgewiesen.
de
The Hallstatt period cemetery of Getzersdorf an der Traisen, Lower Austria (HaC, c. 800–450 BC), was exca- vated between 1968 and 1972 and revealed approximately 90 graves, containing a large amount of ceramic artefacts as well as bronze and iron fragments. Some pieces of the iron finds, most likely fibulae, were examined by metallo- graphically. The fibulae pieces are almost completely corroded because they are made of thin wires. The corrosion phenomena can be explained by scaling during cremation and by aque- ous corrosion during storage in the ground. Occasionally, metallic iron was found, and its microstructure was exam- ined. Fragments from one grave were identified as a harp fibula. Other finds consist of only smaller fragments, making it impossible to determine the artefact type. Charcoal and bone fragments were detected in the corrosion products adhering to the pieces.