Kostolani, D., Ploss, A., & Schlund, S. (2025). Bias von Werkerassistenz für Menschen mit Beeinträchtigungen : Ethnographische Erkenntnisse aus der Anwendung von AR in einem integrativen Betrieb. Industry 4.0 Science, 41(5), 102–110. https://doi.org/10.30844/I4SD.25.5.102
Digitale Unterstützung; Geschützte Werkstätten; Inklusive Fertigung; Menschen mit Beeinträchtigung
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Spatial Augmented Reality; workers with disabilities; sheltered workshops; Digital Assistance; inclusive manufacturing
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Abstract:
Die Re-Humanisierung industrieller Arbeit hat sich zu einem zentralen Schwerpunkt in der For-schung zu Industrie 4.0/5.0 entwickelt, wobei der Fokus auf der Stärkung menschlicher Arbeits-kräfte inmitten fortschreitender Automatisierung liegt. Ein Paradebeispiel für diesen menschen-zentrierten Ansatz bildet die Unterstützung von ArbeitnehmerInnen mit Beeinträchtigungen durch digitale Werkerassistenzsysteme. Diese Technologien sollen die Produktivität steigern, um so die Integration von Menschen mit Beeinträchtigungen in industrielle Tätigkeiten zu för-dern. Aber können sie die Arbeitserfahrung wirklich verbessern? Diese ethnographische Studie präsentiert Erkenntnisse aus zwei Jahren Entwicklung und Anwendung von Augmented Reality in einer geschützten Holzwerkstatt. In diesem Zeitraum wurden über 30 Technologie-Sessions und Interviews mit ArbeitnehmerInnen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen durchgeführt. Unsere Erfahrungen stellen die Schilderung der industriellen Forschung infrage, insbesondere die Annahme, dass digitale Werkerassistenz als „Enabling Technology“ dienen, um ihnen „bes-seres“ Arbeiten zu ermöglichen. Wir reflektieren darüber, wie dies unser Verständnis von sinn-voller technologischer Unterstützung für Menschen mit Beeinträchtigung verändert hat. Durch eine kritische Auseinandersetzung mit den Rollen von Industrietechnik, der Mensch-Computer-Interaktion (HCI) und assistiver Technologien soll gezeigt werden, wie Forschung die Arbeitser-fahrung von Beschäftigten mit Beeinträchtigungen verbessern kann.
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The rehumanization of industrial work has emerged as a key focus in Industry 4.0 research, emphasizing the empowerment of human workers amidst advancing automation. Within this research, supporting workers with disabilities through digital assistance technologies serves as a prime example of a human-centric approach to industrial engineering. These technologies often claim to enhance productivity, which aims to promote the integration of workers with disabilities in industrial roles. But can they genuinely improve their work experience? This ethnographic study presents insights from two years of developing and deploying augmented reality in a sheltered woodworking workshop. Over this period, we engaged in conversations and facilitated over 30 technology sessions with workers with diverse disabilities. Our experiences challenge the narrative of industrial research, in particular with digital instructional systems serving as “enabler technology” to help them work “better.” We reflect on how this reshaped our understanding of meaningful technology support for individuals with disabilities. By critically examining the roles of industrial engineering, HCI, and assistive technologies, we discuss how research can improve the work experience of workers with disabilities.
en
Research facilities:
Pilotfabrik
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Project title:
Assist to Include: 6-483 (Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien)
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Research Areas:
Digital Transformation in Manufacturing: 20% Visual Computing and Human-Centered Technology: 80%